Nah-Ost-Konflikt

Bombenangriff
Spon-Artikel

Und nun, passend nach Weihnachten kommt ein Ereignis, was ich zwar nur mit der Kneifzange anfassen kann, aber trotzdem gerne kommentiere und mir sicherlich in einigen Kreisen so einige Feinde machen werde. Aber das ist mir egal, denn als AnarchistIn ist es eben so, dass alle eineN hassen, ob es nun Kommies oder DemokartInnen sind – wie auch immer.
Also, wieder einmal eskaliert der Konflikt zwischen den PalästinenserInnen und dem isrealischen Staate. Nach tagelangen Raketenangriffen aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Staatesgebiet war es der Regierung zuviel und so kam es schließlich zu einem Luftangriff bei dem um die 200 Menschen den Tod fanden, sicher nicht bloß Hamas-AktivistInnen. Die Hamas hat daraufhin Rache angekündigt und auch im Westjordanland wurden somit Aufstände entfacht. Der Gewaltteufelskreis geht also weiter.
Aber was will ich eigentlich von den AkteurInnen erwarten? Bei der radikalislamischen Hamas geht es um den Beweis der eigenen Stärke, aber auch um die eigene Agenda, die der Existenz Israels eindeutig entgegen steht. Und die israelische Regierung kann es auch nicht tatenlos hinnehmen, wenn die Souveränität des Staates im Allgemeinen und einzelne BürgerInnen im Konkreten angegriffen werden. Nichtstun wäre hier nur ein Zeichen der Schwäche.
Wo liegt also nun die Lösung? Und welche der beiden Seiten ist eigentlich im Recht? Mir persönlich liegt es fern, auch nur eine der beiden Seiten zu unterstützen. Als AnarchistIn einen Staat unterstützen, der KriegsdienstverweigerInnen einsperren lässt? Niemals! Als AnarchistIn eine Gruppe unterstützen, für die Frauen Menschen zweiter Klasse sind und die einen Gottesstaat als Ideal hat? Niemals! Die Entscheidung ist also ganz leicht: Beide Seiten sind keinesfalls unterstützenswert – jedenfalls für mich nicht.
Kann es also eine Lösung geben? Ein friedliches Zusammenleben, sowohl von Israelis als auch von den PalästinenserInnen wäre wünschenswert, jedoch erscheint mir eine „X-Staatenlösung“ nicht erstrebenswert. Staaten sind wieder nur neue Unterdrückungsstrukturen, die nur den dann Herrschenden nutzen würden, nicht den Menschen. Der Konflikt ließe sich so vielleicht unterdrücken, aber nicht lösen. Dabei wäre es doch logisch, wenn alle in ihrem „heiligen Land“ wohnen wollen, sie da auch wohnen zu lassen – gemeinsam. Aber sowas kann ja nicht im Sinne machtorientierter Gruppen sein, die dann nicht mehr vonnöten wären.
Was also tun? Eine Möglichkeit wäre, wenn mensch schon wen unterstützen will, diese Untersützung emanzipatorischen Gruppen in der Region zukommen zu lassen. Aber für die „deutsche Linke“ scheint hier ja auch Klientelpolitik wichtiger zu sein, ebenso wie das Schwenken der einen oder andere Fahne auf Demos. Das dies lächerlicher Unsinn ist, sollte klar sein. Aber ebenso ist es lächerlich anmaßend aus tausenden Kilometern Entfernung gute Ratschläge für einen Konflikt zu geben, den die meisten bloß aus den Medien kennen. Meinungen dazu kann mensch absondern, aber ob diese relevant sind, wage ich zu bezweifeln und mich schließe ich da nicht aus.
So kann ich diesen Beitrag auch wieder nur mit einer plumpen, aber wohl wahren Parole beenden: Nie wieder Krieg!


2 Antworten auf “Nah-Ost-Konflikt”


  1. 1 ♥Tekknoatze 27. Dezember 2008 um 21:26 Uhr

    nach unserm Sieg. Oder so.

  1. 1 Zum Nah-Ost-Konflikt « popsyndikalist Pingback am 28. Dezember 2008 um 22:14 Uhr
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