Wenns echt Zeit für ne Runde ist…

Armageddon Empires
Da Steam damit etwas aufdringlich war und ich in letzter Zeit schon an 2 anderen Beta-Tests teilgenommen hatte, entschied ich mich vor einiger Zeit, den Public-Beta-Client von R.U.S.E. per Steam runterzuladen. Ich bin erstmal nicht dazu gekommen, es zu spielen, aber da es sich nach einem taktischen Echtzeitstragietitel anhörte, war ich schon interessiert. Heute startete ich also den Versuch, mal in die Beta reinzuschauen, was leider kläglich scheiterte. Zunächst verursachte jeder Spielversuch einen völligen Systemabsturz inkl. wunderbarer Grafikfehler. Da bei den Systemvoraussetzungen „Service Pack 3″ für XP angegeben war und ich es zuvor nicht installiert hatte, versuchte ich es nach dessen Installation nochmal. Ergebnis: Nichts. Statt mein System abkacken zu lassen, bekam ich nach einem Startversuch nichtmal mehr Intros oder irgendwas, sondern nur noch die Steam-Meldung „Danke für Ihre Teilnahme an der Beta“ – toll. Auch das Löschen der Konfig-Datei und ein Steam-Neustart änderten daran nichts. Vielleicht werde ich im Laufe des Tages noch mal einen Versuch starten, aber heute habe ich stattdessen etwas anderes gespielt, nämlich die Demo von „Armageddon Empires“.
Das ist im Gegensatz zu R.U.S.E. ein Rundenstrategiespiel mit starken Sammelkartenspiel-Einflüssen. Das Szenario ist auf einer post-apokalpytischen Erde angesiedelt, die 2 außerirdische Kriegsfraktionen als Schlachtfeld missbrauchten und somit nebenbei 99% der Menschheit auslöschten. Dann zogen diese weiter und überließen die Erde ihrem Schicksal. Als eine von 4 Fraktionen geht es dann darum, die Vorherrschaft zu erlangen und die anderen zu besiegen. Das ganze spielt auf einer Karte aus Hexfeldern, wo mensch zunächst seine Hauptbasis platzieren muss, und dann später Einheiten aus seinem Deck rekrutieren kann. Da gibt es Panzer, Luftangriffe, Held*innen und vieles mehr, alles in allem ist das Spiel extrem umfangreich und komplex und es würde sich lohnen, das Handbuch zu lesen, damit mensch überhaupt blickt, wie alles funktioniert. Technisch ist das Spiel solide, die Grafiken sind schön gezeichnet, die Bedienung ist leider nicht ganz nutzer*innenfreundlich.
Ich wollte eigentlich nur eine Runde nebenbei spielen (die Demo ist auf 30 Züge begrenzt), mein erstes Spiel bestand aber eher aus Experimentieren, da ich eigentlich keine Ahnung hatte, was ich tat und es auch kein Tutorials oder ähnliches gab. Nachdem ich so langsam verstand, wie ich ein paar Dinge tun konnte, war das erste Spielchen auch fast schon wieder vorbei. Die nächste Runde verlief etwas besser, ich wusste etwa, was ich zu tun hatte, mir fehlten aber die Mittel und ich hatte auch keine Strategie, wie ich vorgehen sollte und auch die meisten Spielmechaniken immernoch nicht verstanden. Dementsprechend wischte die KI dann mit meiner kümmerlichen Armee den Boden auf. Erst die dritte Runde brachte mehr Licht ins Gameplay-Dunkel, wobei ich das Rohstoff-System immernoch nicht ganz verstehe und auch nicht dazu gekommen bin, eine weitere Basis zu errichten. Dafür hatte ich eine respektable Armee, aber dann waren die 30 Züge auch schon wieder vorbei.
Ich bin, ehrlich gesagt, sehr positiv überrascht von Armageddon Empires, es ist wirklich suchterzeugend, besitzt eine große Spieltiefe und ja, es hat richtig viel Spaß gemacht. Es lief auch ohne Probleme und bot sogar einen Fenster-Modus an, so dass ich nebenbei noch was anderes tun konnte (etwa das „Service Pack 3″ installieren). „Armageddon Empires“ kann natürlich technisch den ganzen Mainstream-Titeln nicht ansatzweise das Wasser reichen, dennoch besitzt es seinen ganz eigenen Charme und ist auch sonst sehr einzigartig. Ich werde noch das andere Spiel des Indie-Entwicklungsstudios „Cryptic Comet“ ausprobieren (Solium Infernum) und wenn das ähnlich toll ist, kann ich zuschlagen und mir beide Spiele zusammen kaufen, was auch nicht die Welt kosten wird. Und „Solium Infernum“ besitzt auch einen Multiplayer-Modus, das heißt, ich nehme Herausforderungen gerne an ;) .
Als Fazit aus dieser ganzen Sache kann ich nur folgendes ziehen: Ubisoft, die ja auch für R.U.S.E. verantwortlich sind, haben bei mir wieder ein paar Sympathiepunkte verloren, denn es läuft ja schließlich einfach nicht. Stattdessen wurden meine Erwartungen von „Armageddon Empires“ sogar übertroffen. Ich bin ja Indie-Games so oder so sehr zugetan und hier zeigt sich wieder einmal, warum. Es braucht einfach keine riesigen, millionenschweren Entwicklungsbudgets und hunderte von Mitarbeiter*innen, um ein Spiel zu entwickeln, was vielfältig und tiefgehend ist, auch noch Spaß macht und die Käufer*innen nicht mit komischen DRM-Maßnahmen gängelt. Daran sollten sich die großen Studios und Vertriebe mal wieder ein Beispiel nehmen, denn Indie-Games gibt es inzwischen mehr als genug.


1 Antwort auf “Wenns echt Zeit für ne Runde ist…”


  1. 1 wo kann ich 16. März 2010 um 10:54 Uhr

    „Das ganze spielt auf einer Karte aus Hexfeldern, wo mensch zunächst seine Hauptbasis plazieren muss, und dann später Einheiten aus seinem Deck rekrutieren kann“ – du hast hier nen kleinen fehler :)

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