Kapitalismus versus Klima

Klimawandel
Der von Menschen verursachte Klimawandel war lange kein Thema in der Politik, bis diese ihn vor ein paar Jahren für sich entdeckte und es aufgab, die Auswirkungen der Menschheit auf die Umwelt zu leugnen. Doch kaum blieb die Stelle der „Klimaskeptiker*innen“ eine Weile unbesetzt, fanden sich neue Leute, die diese Rolle gerne übernahmen und jetzt eine Verschwörung der Regierungen wittern, die uns allen nur das Geld aus der Tasche ziehen will. Da werden wissenschaftliche Erkenntnisse angezweifelt, eigene Studien an die Front geschickt und es wird sich an jeden Strohhalm geklammert, der die Theorie vom menschlich verursachten Klimawandel widerlegen könnte. Und dann gibt es noch Unternehmen, die Millionenbeiträge dafür ausgeben, dass ihre Ansichten vom Klimawandel (meist, dass es ihn nicht oder kaum gibt) auch die politisch wirksamen sind.
So hat es jetzt eine Unternehmensgruppe in den USA geschafft, dass viele Küstengebiete (u.a. auch in Alaska) nun für Öl-Bohrungen freigegeben wurden, sicher nicht zum Vorteil der dortigen Flora und Fauna. Diesselbe Unternehmensgruppe ist auch Spitzenreiterin bei den Ausgaben an Klimasekptiker*innen und klimaspektische Think-Tanks. Greenpeace hat jetzt ein Papier veröffentlicht, dass die Verquickungen dieser Gruppe offenlegt, damit allen klar wird, wer wo finanziell hinter steht, denn auch heute gilt noch: „Wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing!“. Es gibt auch eine Studie, dass die Eisbären in der Arktis nicht vom Klimawandel bedroht wären, aber wenn mensch schaut, wer diese so mitfinanziert hat, verwundert das Ergebnis sehr wenig.
Diese klimaskeptischen Ideen sind nicht mein Ding, schließlich gab es ja die Theorie vom Klimawandel schon, bevor sie auch von den Regierungen übernommen wurde. Daher halte ich die Behauptung, die Politik hätte den Klimawandel erfunden, für Schwachsinn. Die Theorie, dass die Menschen für eine Klimaerwärmung sorgen ist heute nur Mainstream, was sie früher eben nicht war. Und es gibt halt Leute, die schwimmen immer gegen den Strom (was nicht per se negativ sein muss), ganz unabhängig davon, was dort behauptet wird. Es gibt noch einen weiteren Hinweis, dass viele Regierungen das mit dem Klimawandel (zumindest außerhalb von Europa) wohl doch nicht so ernst nehmen: Alle Klimagipfel haben bisher keine vernünftigen Ergebnisse gebracht.
Sicher werden auch einige Staaten die Theorien um die Klimaerwärmung zu ihrem Vorteil zu nutzen versuchen, etwa, um „Ökosteuern“ einzuführen oder höhere Abgaben auf klimaschädliche Produkte zu fordern. Ob diese Maßnahmen den Klimawandel dann eindämmen können, spielt überhaupt keine Rolle, hauptsache, sie spülen Geld in die Staatskassen. Dennoch wäre es sicher fatal, einfach rumzusitzen und abzuwarten, ob sich die katastrophalen Auswirkungen, die der Klimawandel mit sich bringen kann, wirklich erfüllen, denn wenn sie es wirklich tun, ist es zu spät, um noch irgendwas zu retten. Es ist ähnlich wie mit AKWs, es kann auch „nichts“ passieren, aber wenn etwas passiert, dann ist es sofort ein GAU. Nur, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Auswirkungen der Klimawandels eintreten wesentlich höher ist als die Wahrscheinlichkeit eines GAUs in einem AKW.
Aber in jedem Politikfeld, in dem es auch nur ansatzweise um Geld gehen könnte (und damit sind eigentlich alle Politikfelder eingeschlossen), werden die einen versuchen, Profit aus der neuen Situation zu schlagen und sich möglichst schnell anpassen, während sich andere krampfhaft an ihre alten Privilegien klammern werden und jeder Veränderung steinhart gegenüber stehen werden, die ihre althergedienten Geschäftspraktiken stören könnte. Heute basiert quasi die komplette Weltwirtschaft auf dem Verbrauch fossiler Brennstoffe, das heißt, ein Verzicht darauf würde ausnahmslos alle Wirtschaftszweige treffen, besonders natürlich die Rohstoffindustrie, die bei der Bekämpfung der Klimawandeltheorien (nicht bei der Bekämpfung des Klimawandels, den sie selbst mitverursacht) auch an erster Stelle steht.
Es ist traurig, dass selbst der nächste Quartalsprofit mehr wert ist als die Zukunft der gesamten Menschheit und des gesamten Planeten. Wäre ich ein*e Misanthrop*in, könnte ich sogar auf den Untergang der Menschheit hoffen, damit sich der Planet danach wieder regenerieren kann – aber so bin ich nicht, ich hoffe immernoch auf die Menschheit. Vielleicht kommen ja einige irgendwann zur Vernunft und merken, dass mensch den ganzen materiellen Reichtum, den wir alle so anhäufen, nicht mit ins Grab nehmen kann, wir aber diesen Müll den anderen Menschen überlassen. Wir sollten zu unserer Verantwortung über diesen Planeten stehen, denn wir sind auf ihn angewiesen, er aber nicht auf uns. Und diese Verantwortung tragen nicht nur große Unternehmen und Regierungen, sondern auch wir alle, wenn wir mal wieder mit dem Auto zur Bäckerei fahren, wenn wir den PC tage- und nächtelang laufen haben, wenn wir normale Gühbirnen verwenden, Atomstorm beziehen, Aas fressen und so weiter und so fort.


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