First Look: Starcraft 2

Starcraft 2
Einige von euch werden jetzt sicher total neidisch werden, denn ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die tatsächlich in die „Starcraft 2″-Beta eingeladen wurden. Für diejenigen, die nicht wissen, worum es geht: „Starcraft 2″ ist ein Echtzeitstrategiespiel und Nachfolgerin des extrem erfolgreichen Klassikers „Starcraft“ aus dem Jahre 1998. Und es ist wohl zur Zeit das meisterwartete PC-Spiel und erscheint vielleicht noch im Laufe des Jahres. In der Beta habe ich nun die Möglichkeit, den Multiplayer-Part des Spieles ausgiebig zu testen und nebenbei die Balance (zwischen den drei Fraktionen) zu testen und mich von allen anderen Spieler*innen total demütigen zu lassen, denn meine RTS-Skills (RTS = Real-Time-Strategy = Echtzeitstrategie) sind echt unter allen Erwartungen (auch meinerseits) und daher waren meine ersten Matches von totalem Versagen geprägt.
Zunächst will ich aber erstmal auf einen Aspekt eingehen, der nichts mit dem Spiel ansich zu tun hat: Auf das neue Battle.net, welches zum Spielen von „Starcraft 2″ jedoch obligatorisch ist. Ihr müsst euch dort einen Account erstellen und euer Spiel dort registrieren, was auch zur Folge hat, dass ihr das Spiel nicht mehr weiterverkaufen könnt. Zudem müsst ihr eigentlich immer online sein, wenn ihr das Spiel spielen wollt, selbst im Singleplayer-Modus (also so ähnlich wie Ubisofts Dauer-Online-DRM), aber es soll noch einen Offline-Modus geben, für die Beta nicht, doch da gibt es ja eh nur den Multiplayer. Und wenn ihr auch nur den klitzekleinsten Wert auf Privatssphäre oder Datenschutz legt, dann solltet ihr nicht die AGB vom neuen Battle.net lesen, denn Blizzard darf alles, gehört alles und noch so einige schlimme Dinge mehr, die dann vielleicht mal einen eigenen Beitrag wert sein werden.
Aber nun zum Spiel. Das Hauptmenü nach dem Einloggen erinnert mich etwas an „Command and Conquer 4″, denn auch dort sah es eher nach einem „Portal“ aus, wo sich die verschiedenen Teile des Spiels finden ließen. So befinden sich 2 Schaltflächen für Einzel- und Mehrspieler*innenspiele oben in einer Leiste, dazu gibt es noch Ranglisten, ein eigenes Profil und einen „Instant Messenger“, der euch mit Bekannten verbindet, die irgendwo im neuen Battle.net unterwegs sind, was nicht bedeuten muss, dass sie auch „Starcraft 2″ spielen. Sicher, Blizzard will durch diesen Haufen an Community-Features die starke Online-Anbindung des Spiels ja auch rechtfertigen, aber wer sich dafür nicht interessiert, kann damit dann natürlich nicht allzu viel anfangen.
Es ist jedenfalls recht leicht, ein Spiel zu starten und so begab ich mich in die Anfänger*innen-Liga, wo ich erstmal ein paar (5) Übungsspiele hinter mich bringen muss, bevor es richtig losgeht. Also ging es fix über eine „Matchmaking“-Funktion ins erste Spiel, wo ich die Zerg (so schleimige Insekten-Aliens) als meine Fraktion auswählte. Leider dauerte dies nicht lange, da die andere Person das Spiel vorzeitig verließ. Während des Spiels habt ihr übrigens Zugriff auf den Battle.net-“Instant Messenger“ und könnt mit anderen Leuten schreiben. Das Spiel bietet auch einen internen Voicechat und nach einem Match könnt ihr die Baureihenfolge der Spieler*innen in den ersten Minuten anschauen und auch ganze Spielaufzeichnungen abspeichern. Schon eine ganze Menge, das zeigt aber auch, wie sich das Spiel in Richtung E-Sport ausgerichtet hat, denn mit diesen Funktionen könnt ihr den Verlaufes eines Matches gut nachvollziehen.
Dann wurde es langsam Zeit für mein erstes richtiges Match und ich wählte wieder die Zerg, denn vorher konnte ich die ja noch nicht richtig ausprobieren. Und viel mehr als Ausprobieren war dieses Spiel auch nicht, denn ich hatte (und habe immernoch) überhaupt keinen Plan von den Einheiten und irgendwelchen Taktiken. Ich habe also „Schaben“ gebaut, so Viecher, die, wenn sie sich eingraben, schnell regenerieren. So konnte ich auch die ersten Angriffe der feindlichen Protoss (so hochentwickelte Aliens mit Psi-Kräften) relativ problemlos abwehren. Ich baute also meine Basis langsam weiter aus und fühlte mich sicher, bevor ich dann plötzlich von mächtigen Trägerschiffen überrascht wurde, die meine Basis schnell plätteten, da ich keine Luftabwehr und nur wenige Mutalisken als Lufteinheiten hatte. Nuja, damit hätte ich vielleicht rechnen sollen.
Bei meinem nächsten Match wählte ich die Terraner*innen, die Menschen halt. Ich habe zwar auch noch ein wenig Spielerfahrung aus dem ersten Stracraft, aber ich war damals schon nicht gut. Aber mit den Menschen konnte ich erstmal einen guten Start hinlegen und mich aufbauen, während mein*e Gegner*in diesmal Zerg war. Ein paar Mal wurde meine Wirtschaft etwas geschwächt als feindliche Mutalisken (Zerg-Fliegeviecher) meine Sammeleinheiten zerstörten.. Dann habe ich eine Abwehr aus Raketentürmen aufgebaut, die auch die Zerg-Luftlande-Operation zu einem Desaster machte. Nebenbei hatte ich auch den Bodeneingang zu meiner Basis mit Belagerungspanzern und nem Bunker gesichert, während ich parallel schwere Kreuzer (wie es sich schon anhört: sehr mächtige Lufteinheiten) ausbildete. Doch irgendwie hatten die Zerg die passende Antwort darauf und so wurde meine Hauptbasis wieder überrollt, und auch, wenn ich ein paar meiner Gebäude in die Lüfte erheben konnte, bestand der Rest des Matches nur noch aus meinem kläglichen Versuch, irgendwie zu überleben, was mir zwar auch eine Weile gelang, aber meine Niederlage war schon beschlossene Sache.
Doch es kam mir heute auch gar nicht darauf an, zu gewinnen, sondern erstmal überhaupt zu spielen, was ich ja auch geschafft habe und Spaß gemacht hat es mir auch und das reicht ja. Durch Fehler wird mensch auch klug und so konnte ich ein wenig lernen, was ich beim nächsten Mal vielleicht nicht machen sollte. Und nur durch Üben werde ich überhaupt hinter die Spielmechaniken kommen und irgendwann werde ich dann auch ein Spiel gewinnen, aber erstmal werde ich selbst die Protoss ausprobieren und zur Not einfach die billigstmögliche Taktik fahren, vielleicht klappt es ja mal und es gibt tatsächlich Spieler*innen, die noch planloser sind als ich. Falls es was spannendes Neues gibt, werde ich natürlich davon berichten.