Archiv für Juli 2010

Einmal „Unterschicht“, immer…

Fassade Arbeitsagentur
„Unterschicht“. Es ist zweifellos Alltag, dass Transferleistungsempfänger*innen sozial, politisch und gesellschaftlich immer wieder aufs Neue stigmatisiert werden, Vorurteile geschürt werden und ihnen jegliche Solidarität, die das Sozialsystem eigentlich vorsieht, am liebsten vorenthalten werden soll. Es gilt der Grundsatz „Wer Arbeit will, wird auch welche finden!“ – zu welchen Bedingungen diese Arbeit dann ist, darüber schweigt mensch sich aus. Doch die Gängelung der ARGEn hat eine neue Dimension erreicht, sie betrifft nicht mehr nur die direkten Erwerbslosen, sondern inzwischen gar die Ausbildungspläne ihrer Kinder. (mehr…)

Alles dieselbe Suppe!

Gegen das Arschloch
In einem früheren Beitrag hatte ich bereits erwähnt, dass ich die Islamophobie als das neue Hauptthema für populistische, (neo-)faschistische und radikal-konservative (oder auch pseudo-liberale) Bewegungen ansehe. Tatsächlich gab es jetzt einige Nachrichten, die mich dazu bewegen das Thema wieder neu aufzugreifen. So will nun ein unbedeutender Abgeordneter der CDU-Fraktion in Berlin den antiislamischen Populisten Geert Wilders nach Berlin einladen und soll deswegen aus der Fraktion ausgeschlossen werden, was die politische Bedeutungslosigkeit zur Folge hätte. Damit hat die islamophobe Community wieder einen neuen Märtyrer, den sie feiern kann, bevor dieser nach dem Sommerloch keinen Menschen mehr hinter dem medialen Ofen hervorlocken wird. (mehr…)

Das Ende eines Mythos

Super-Obama
Nach George W. Bush erschien vielen jede*r Kandidat*in für das höchste Amt im Staate USA plötzlich super geeignet, die Leute waren frustiert und wollten einen Wandel und bekamen ihn auch: Mit Barack Obama zog ein Demokrat ins weiße Haus ein, der viele Hoffnungen auf eine andere, friedlichere, gerechtere und auch sozialere USA verkörperte und dann gewann er auch noch den Friedensnobelpreis, obwohl er weiterhin in zwei Staaten (Afghanistan und Irak) aktiv Kriege führt – eigentlich eine Farce. Doch auch seine anderen großen, politischen Projekte wurden immer mehr zusammengestutzt oder bis heute nicht verwirklicht. Inzwischen lässt sich der sogenannte „mächtigste Mann der Welt“ schon von einzelnen neokonservativen Aktivist*innen vorführen. (mehr…)

Vom Niedriglohnsektor…

Kik-Gruß
…in die Arbeitslosigkeit. Das geht manchmal viel schneller als mensch denkt, vor allem, wenn mensch eh schon am Rande der Existenzsicherung leben muss. Der Textil-Discounter „kik“ hat sich nun ein ganz perfide Methode ausgedacht, um es seinen Mitarbeiter*innen besonders schwer zu machen, aus dem Prekariat zu entkommen: Die Finanzlage der einzelnen Mitarbeiter*innen wurde überprüft und wer privatinsolvent oder ähnlich schlecht bei Kasse war, verlor einfach unter einem Vorwand ihren/seinen Job. Oder, um es nochmal endgültig auf den Punkt zu bringen: Wer kein Geld hatte, um seine Schulden zu bezahlen, wurde deswegen in die Arbeitslosigkeit geschickt. (mehr…)

Befreiung geglückt

Afghanistan
Der Afghanistankrieg, der im Jahre 2002 begann und wesentlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit erregte als der folgende Irakkrieg, zeichnete sich vor allem durch die schnelle, militärische Absetzung der Taliban aus. Danach begann ein terroristischer Guerillakrieg, der bis heute sehr viele Opfer forderte und die westlichen Armeen reagierten darauf mit Bombardements, die auch wieder Unschuldige umbrachten – sowohl Taliban als auch die NATO schadeten den Zivilist*innen (das soll keinesfalls eine Gleichsetzung sein!). Jetzt aber, nach der jahrelangen Aufbauarbeit und der Stabilisierung des Landes will Afghanistan seine Angelegenheiten wieder selber regeln und der Fahrplan dazu wurde auf der entsprechenden Konferenz beschlossen. (mehr…)

Demokratie ist doch doof!

Demokratie
Eigentlich sollten wir doch glücklich sein, über die Situation in der wir leben: Materieller Wohlstand und eine liberale Demokratie – damit geht es uns besser als dem Großteil der restlichen Menschheit. Und jetzt gibt es immer mehr direkte Demokratie, das ist doch ein Grund zur Freude, oder nicht? Vielleicht aber auch genau nicht und es mag jetzt hart wirken, aber ich stehe zu folgender Aussage: Ich bin kein*e Demokrat*in. Das klingt jetzt wesentlich schlimmer als es eigentlich ist, aber ich werde diesen Beitrag und das Ergebnis über die Abstimmung über die Schulreform in Hamburg als Anlass dazu nutzen, mich zu erklären. (mehr…)

Lasst uns eine Reise machen

Grenze der Festung Europa
Seit dem Zusammenbruch des Ostblock und des Endes des realsozialistischen Experiments endete die Einsperrung der Menschen in Osteruopa. Nicht nur Waren- und Geldströme, die nun Wohlstand in die einst so ausgebeuteten Länder transportieren, konnten sich frei bewegen, sondern auch die Menschen, die jahrzehntelang hinter dem sogenannten „eisernen Vorhang“ gefangen waren. Das war ein großer Sieg für die Reisefreiheit weltweit. NICHT. In Wirklichkeit wurde zwar das realsozalistische Joch abgeworfen, aber viele osteuropäische Staaten liegen immernoch unter dem Wohlstandniveau ihrer westeuropäischen „Freund*innen“ und haben nun mit so kapitalistischen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Niedriglohnsektoren zu kämpfen. Und auch die Reisefreiheit gilt nur für diejenigen, die geung Geld haben, um überhaupt verreisen zu können. (mehr…)

Duab jetzt im Web 2.0!

Es gibt wundervolle Nachrichten! Das undogmatische Anarcho-Blog hat jetzt auch den Sprung ins Web 2.0 geschafft (Naja, wenn mensch bedenkt, dass Blogging ansich schon Web 2.0 ist, sind diese News doch wesentlich unspektakulärer…)! Konkret bedeutet dass, dass ich jetzt eine Facebook-Seite erstellt habe und ihr mich… kleiner Scherz. Nein, stattdessen ist dieses Blog jetzt auch bei den Microbloggingdiensten Twitter und Identica vertreten, da werden dann neben der Kundgabe neuer Beiträge auch mal Kleinigkeiten zu lesen sein, für die sich ein kompletter Beitrag nicht lohnt und vielleicht kommt es da auch zu der Interaktion mit anderen Blogger*innen.
Wenn euch diese Nichtigkeiten, die maximal SMS-Länge haben interessieren, könnt ihr ja mal reinschauen oder das Blog sogar „abonnieren“ (kostet auch kein Geld, im Gegensatz zu den Plänen der Verleger*innen für ihre Internetauftritte). Schreibt ruhig, was ihr davon haltet.

Denn wir sind, was wir essen

Sieht lecker aus
Essen ist immer ein sehr emotionales Thema, dabei ist es neben Atmen und Schlafen eines der grundlegensten Dinge des Lebens. Doch im Kapitalismus hat sich um das leckere Schlemmen eine ganze Nahrungsmittelindustrie entwickelt, bei der nicht mehr die Versorgung mit Nährstoffen im Mittelpunkt steht. Nebenwirkungen davon sind der erhöhte Ausstoß von Klimagasen, Wasserverschmutzung, Welthunger, falsche Ernährung, millionenfaches Tierleid und noch vieles mehr. Nun habe ich neulich einen Artikel zum Thema gelesen, der eine Art Rundumschlag darstellte und verschiedene Aspekte ansprach und das hat mich auch zu diesem Beitrag inspiriert – außerdem esse und koche ich gern und bin weiterhin der Meinung, dass Nahrung nicht etwa etwas unpolitisches ist, sondern auch eine politische Dimension besitzt. (mehr…)

Immer diese Gewaltbereitschaft

Gewalt
Angeblich (und vielleicht auch real) ist Gewalt an Schulen ein immer größeres Problem. Die britische Regierung hat dagegen jedoch jetzt ein nahezu geniales Konzept entwickelt: Anstatt sich durch die Schüler*innen unterbuttern zu lassen, soll es den Lehrer*innen nun gestattet sein, im Notfall auch körperlich einzuschreiten, falls sich die/der Störer*in partout nicht dazu bewegen lässt, den Aufforderungen des Lehrpersonal zu folgen. Abgesehen davon, dass Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, findet hier bestenfalls Symptombekämpfung statt, da an den Ursachen für Probleme in der Schule keineswegs gerüttelt wird. Es bleibt also dabei, dass sich das das Verhalten der Schüler*innen nicht ändern wird, nur weil es den Lehrer*innen erlaubt wird, auch tätlich vorzugehen – wahrscheinlich wird einfach nur das gesamte Klima an den Schulen gewalttätiger. (mehr…)