Archiv der Kategorie 'Antikapitalismus'

Leider besetzt…

Fürs Klo
Ich will hier gar keinen langen Beitrag abladen, bisher bin ich leider nicht weiter dazu gekommen, meinen urpsrünglich geplanten Text zu vollenden. Stattdessen präsentiere ich nun – in Ermangelung eigener Schreibarbeit – etwas Kritik zur populären „Occupy-Bewegung“. Denn so viele selbsternannte „Linke“ und andere „Demokrat*innen“ diese Proteste auch hypen mögen, es ist nicht alles toll, ganz im Gegenteil. Reflexion hat das in zwei Artikeln pointiert zusammengefasst, einmal gibt es einen Bericht von einer „Occupy“-Demo und zusätzlich noch einen Überblick über die Internetseiten dieser „Empörten“.
Kritik an Bewegungen und Personen, die den Kapitalismus nur mangelhaft analysieren und fehlerhafte, manchmal sogar fatale Schlüsse daraus ziehen, ist mehr als angebracht. Hetztiraden gegen „Bankster*innen“ erinnern nicht nur strukturell an antisemitische Propaganda. Und wer glaubt, dass Geld und Zins die Grundprobleme der kapitalistischen Wirtschaft sind, sollte sich noch einmal hinsetzen und die Grundlagen studieren.

Ich finde sicher demnächst noch einmal mehr Zeit, genauer auf diese reformistische „Bewegung“ einzugehen, eventuell besuche ich sogar – aus rein ‚journalistischen‘ Gründen – eine dieser gruseligen Veranstaltungen.

Berlin geentert!

Bildchen
Da die Wahl nun schon ein paar Tage her ist, mag ich mich doch einmal mit dem Ergebnis auseinander setzen und es kommentieren. Wer mag, kann das genaue Ergebnis hier nachlesen. Die Prognosen lagen ziemlich gut, und neben dem blamablen Versagen der FDP konnten gleich alle Pirat*innen auf der Landesliste ins Berliner Landesparlament einziehen. Das ist natürlich eine gewisse Sensation, aber ob das ein Grund zum Feiern ist, bleibt eine andere Frage. (mehr…)

Böses Erwachen

Stuttgart21
Manchmal kommen selbstverständliche Erkenntnisse sehr spät – oft zu spät. Nach dem Wasserwerfereinsatz mussten auch die Gegner*innen des ambitionierten Bahnhofsprojekts in Stuttgart feststellen, dass „Staatsgewalt“ kein metaphorischer Begriff ist, sondern ganz praktische – und schmerzhafte – Auswirkungen haben kann. Ganz ähnliche Erkenntnisse muss Jens Jessen gehabt haben, als er einen Kommentar für die Zeit verfasste, in dem er die gesellschaftliche Realität des Kapitalismus anprangert und mehr Demokratie fordert. (mehr…)

Berlin ist nicht Spanien!

Spanien
Wir alle erinnern uns an die Bilder von den großen, besetzten Plätzen in Spanien, den Aufständen in Nordafrika und denken daran gerne mal in revolutionärer Schwärmerei. Inzwischen wird, angelehnt an zweifelhafte Machwerke wie „Der kommende Aufstand“ oder „Empört Euch!“, gar eine neue „Jugendrevolte“ heraufbeschworen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Auch in der bundesdeutschen Hauptstadt versucht ein Grüppchen „Empörter“, den Alexanderplatz für sich zu vereinnahmen, um die Empörung auf die Straße zu tragen und „echte Demokratie“ zu fordern. Das ist doch erstmal eine gute Sache, wären da nicht so ein paar Haken. (mehr…)

Das Ende von „Triple A“

Dollar-Crash
Es liegt zwar nun schon zwei Tage zurück, aber gerade durch diese geringe Distanz und unter dem Gesichtspunkt der nichterfolgten Katastrophen ist es sicher einfacher, die Sache nüchtern zu betrachten. Grundsätzlich geht es um nichts Geringeres als die Zahlungsunfähigkeit der USA. Das mag zwar etwas übertrieben klingen, aber im Kern bedeutet eine potentielle Abstufung der Kreditwürdigkeit meist ein mangelnder Glaube an die Zahlungsfähigkeit. Horrorszenarien vom Dollar-Crash haben sich bisher nicht bewahrheitet und werden wohl auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Der Kapitalismus ist halt nicht so leicht kleinzukriegen. (mehr…)

Immer auf die Kleinen

Familiencard
Neben der sommerlochigen Diskussion über die Panoramafreiheit in der Bundesrepublik erhitzt gerade ein anderes Thema manche Gemüter. Die ehemalige Familien- und jetzige Arbeitsministerin plant Kinder von Transferleistungsempfänger*innen besser zu stellen, aber nicht etwa durch bloße Erhöhung der Regelsätze – die könnten ja auch anders genutzt werden. Stattdessen soll eine Art „Gutscheinsystem“ (wahlweise auch mit Chipkarte) eingeführt werden, die diesen Kindern die soziale Teilhabe ermöglichen soll, etwa beim Schulmittagessen, bei Nachhilfeunterricht, in Sportvereinen, beim Musikunterricht uvm. . Doch da jegliche Reformversuche nicht unwidersprochen bleiben können, ist nun eine Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Ideen entbrannt. (mehr…)

Wohltat oder Show?

Geldgassi
Ist das denn noch zu fassen? In den USA haben sich jetzt 40 Multimilliardär*innen zusammengefunden und sich dazu bereit erklärt, mindestens die Hälfte – teilweise sogar bis zu 95% – ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden, vielleicht, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben oder so, die Motive sind mir irgendwie nicht ganz klar. Die Frage dabei ist ja, geschieht dies vollkommen ohne Eigennutz, lassen sich die Spenden nicht irgendwie doch von der Steuer absetzen, geht es nur um die gute Presse? Unter den Spender*innen sind wirklich auch die reichsten Leute der Welt wie Bill Gates oder Warren Buffet, es kommt als eine ganze Menge zusammen. Doch sind Almosen, auch wenn es zig Milliarden sind, wirklich der richtige Weg die Probleme der Welt zu lösen? (mehr…)

Kreativer Streikbruch

So geht Tanken
In Griechenland wird mal wieder gestreikt – diesmal sind es Lastwagenfahrer*innen, die fürchten durch eine EU-Reform zur Liberalisierung ihres Berufsstandes später weniger Lohn zu bekommen. Und die Frachtlizenzen, für die sie viel Geld bezahlt haben, werden wertlos, wenn sie nicht mehr benötigt werden, daher stellen sich die Fahrer*innen gegen diese Reform oder fordern zumindest eine Entschädigung durch die Regierung. Da auch Tanklaster nicht mehr fuhren, ist das ganze Land vollkommen lahmgelegt (die Wirtschaft läuft halt ohne Sprit nicht) und die ganzen Tourist*innen beschweren sich nun, doch die griechische Regierung hat nun angefangen, das Militär zur Versorgung mit Treibstoff einzusetzen. (mehr…)

Einmal „Unterschicht“, immer…

Fassade Arbeitsagentur
„Unterschicht“. Es ist zweifellos Alltag, dass Transferleistungsempfänger*innen sozial, politisch und gesellschaftlich immer wieder aufs Neue stigmatisiert werden, Vorurteile geschürt werden und ihnen jegliche Solidarität, die das Sozialsystem eigentlich vorsieht, am liebsten vorenthalten werden soll. Es gilt der Grundsatz „Wer Arbeit will, wird auch welche finden!“ – zu welchen Bedingungen diese Arbeit dann ist, darüber schweigt mensch sich aus. Doch die Gängelung der ARGEn hat eine neue Dimension erreicht, sie betrifft nicht mehr nur die direkten Erwerbslosen, sondern inzwischen gar die Ausbildungspläne ihrer Kinder. (mehr…)

Vom Niedriglohnsektor…

Kik-Gruß
…in die Arbeitslosigkeit. Das geht manchmal viel schneller als mensch denkt, vor allem, wenn mensch eh schon am Rande der Existenzsicherung leben muss. Der Textil-Discounter „kik“ hat sich nun ein ganz perfide Methode ausgedacht, um es seinen Mitarbeiter*innen besonders schwer zu machen, aus dem Prekariat zu entkommen: Die Finanzlage der einzelnen Mitarbeiter*innen wurde überprüft und wer privatinsolvent oder ähnlich schlecht bei Kasse war, verlor einfach unter einem Vorwand ihren/seinen Job. Oder, um es nochmal endgültig auf den Punkt zu bringen: Wer kein Geld hatte, um seine Schulden zu bezahlen, wurde deswegen in die Arbeitslosigkeit geschickt. (mehr…)