Archiv der Kategorie 'Antikapitalismus'

And the WINNER is…

gegen Gentech
…hoffentlich nicht Monsanto. Der Konzern, der neben seinen sehr kritikwürdigen Geschäftspraktiken vor allem dafür bekannt ist, dass er sich als großer Förderer von gentechnisch verändertem Saatgut einsetzt, hat nun in einem nahezu unglaublich großzügigen Akt der Selbstlosigkeit eine Menge Hybrid-Saatgut für Mais und Gemüse an Haiti verschenkt, welches ja immernoch unter den Folgen des verheerenden Erdbebens leidet. Doch uneigennützige Großzügigkeit wird es bei Monsanto wohl niemals geben, daher ist es selbstverständlich, dieses Angebot und seine Folgen mal genauer unter die Lupe zu nehmen, denn es ist anzunehmen, dass es Monsanto weniger um humanitäre, sondern mehr um ökonomische Zwecke geht. (mehr…)

Krankes Reförmchen

Gezerre
Der Streit in der CDU-FDP-Regierungskoalition nimmt kein Ende. Nicht nur, dass die FDP ihr quasi einziges Thema („Steuersenkungen“) aufgeben musste und daher mit der Regierung doch ziemlich unzufrieden ist, kann sie auch ihre andere Projekte, wie etwa eine neoliberale Gesundheitsreform, nicht verwirklichen, denn in diesem Feld macht ihr die CSU einen Strich durch die Rechnung. Jetzt wurde zum Gesundheitsthema eine Klausurtagung einberufen, doch die Erwartungen daran wurden nahezu auf Null reduziert, vielleicht soll mensch erstmal wieder lernen, zusammenzuarbeiten. Während also über die geplante Minderheitsregierung in NRW gelästert wird und schon Wetten auf ihren Zusammenbruch getätigt werden, sollten sich die Regierenden in Berlin besser zusammenraufen, damit nicht gegen sie die nächsten Wetten laufen. (mehr…)

„Soziale Gerechtigkeit“

Wunderbar
Manchmal passieren ja doch noch Dinge innerhalb der rechtsstaatlichen Ordnung, die ich ausdrücklich befürworten kann. So kam es jetzt zu zwei Urteilen vor Gerichten, über die sogar ich mich freuen kann. Einmal wurde die Kündigung einer Kassiererin aufgehoben, die Pfandbons in der Höhe von 1,30 Euro – unerlaubterweise – eingelöst haben soll und zum anderen darf sich die FAU weiterhin als Gewerkschaft bezeichnen, was zuvor durch eine einstweilige Verfügung verboten worden war. In Zeiten der permanenten Krise und Repression gegen jeglichen betrieblichen und sozialen Widerstand sind die Urteile zwar nur ein Tropfen auf den heißen Vulkan, aber dennoch stärken beide die Rechte der Arbeitnehmer*innen, die nach und nach immer mehr abgebaut worden sind. (mehr…)

Gürtelschnalle(n)

doofer Adler
Irgendwie kommt es mir so vor, als würde ich zur Zeit zu viele nationale Symbole auf meinem Blog benutzen. Worum es geht, sollte aber nun klar sein: Um das milliardenschwere Sparprogramm, auf welches sich die Bundesregierung aus CDU und FDP jetzt nach einer harten Verhandlungsrunde geeinigt hat. Und, oh Wunder, es wird natürlich NICHT primär bei den Unternehmen, Banken und Besserverdienenden gespart, sondern vor allem im sozialen Bereich, auch ALG2-Empfänger*innen werden nicht „ungestraft“ davonkommen. Aber immerhin werden ja keine Steuern erhöht – haha. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was noch während der WM durch das Parlament geprügelt wird und wie das böse Erwachen dann aussehen wird. Und was noch kommen könnte, wenn das Sparpaket nicht ausreicht, darüber hülle ich besser den Mantel des Schweigens. (mehr…)

Es ist Raub!

Kunstraub
Wieder einmal wurde ein wertvolles Kunstwerk gestohlen und nun ist eine Ausstellung wieder um ein Anschauungsobjekt ärmer. Im Gegensatz zum Falschbegriff „Raubkopie“ wird bei einem Kunstraub tatsächlich etwas entwendet, was dann fehlt; wenn es nur eine Kopie war, war es dann halt nur ein Kopienraub oder Kopiendiebstahl – absurde Wortklauberei. Dennoch gibt es auch Leute, die meinen, Kunstraub trage zum Wert und zur Bedeutung der Kunst bei, denn, wenn sie nicht wertvoll wäre, wäre sie doch kein begehrtes Objekt für die Räuber*innen. Fraglich ist nur, welchen Nutzen oder welchen Vorteil die Allgemeinheit von einem solchen „Kunstraub“ haben kann, denn eigentlich sollten Kulturgüter allen zugänglich sein. (mehr…)

Rette sich wer kann!

Eurrroooo
Auf der Welt, bzw. vor allem im Euroraum herrscht Weltunte… ääh, Währungsuntergangsstimmung und damit die Apokalypse (sprich: der Tod des Euro) noch abgewendet werden kann, wurde jetzt das wahrscheinlich größte Rettungspaket der Geschichte zusammengeschnürt. Nicht nur die EU-Mitgliedsstaaten, sondern auch die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfond wollen zusammen mit bis zu 750 Milliarden Euro verschuldeten Staaten in der Eurozone aus der Krise helfen, damit die Gemeinschaftswährung eine Zukunft hat. Auf die Aktienmärkte waren die Auswirkungen überwiegend positiv, die Wechselkurstendenz des Euro zeigt hingegen weiter in eine Richtung: Nach unten! Doch die mittel- und langfristigen Auswirkungen dieses Handelns sind noch lange nicht klar. (mehr…)

Schwarzfahren lohnt sich!

Schwarzfahren
Wer kennt das eigentlich nicht? Nach der Privatisierung der örtlichen Nahverkehrsbetriebe sind die Tickets mal wieder teurer geworden, wie schon seit Jahren. Mensch will mal seine Freund*innen besuchen, aber die Bahnfahrt kostet einfach zu viel. Oder mensch steht abends an der Haltestelle und es fehlt das nötige Kleingeld und laufen will mensch natürlich auch nicht. Da gibt es eine wunderbare und einfache Möglichkeit, sich das Leben angenehmer zu gestalten: Schwarzfahren. Sicher, das ist nicht erlaubt und wird auch bestaft, wenn mensch sich erwischen lasst, aber selbst dann kann es sich noch manchmal richtig lohnen, besonders in Großstädten sind die Kontrollen eher rar. (mehr…)

1. Mai – Nazifrei, oder wie war das gleich?

Nazifrei
Eigentlich lief der erste Mai doch super: Der großangekündigte Naziaufmarsch in Berlin wurde fast komplett verhindert, in Rostock konnte aufgrund von Blockaden auch nicht die angestrebte Route gegangen werden, auch an vielen anderen Orten – von Oldenburg über Frankfurt bis Zwickau – gab es Aktionen aller Art, wobei es dann doch auch mal dazu kam, dass eine Nazidemo laufen konnte. (Leider gibt es noch kein schönes Übersichtsfeature bei Indymedia, daher schaut einfach mal so auf die Seite.) Auch die von den Polizeigewerkschaften angekündigten Toten blieben glücklicherweise aus, insgesamt verlief der 1. Mai 2010 sogar deutlich ruhiger als im Vorjahr, sprich: Weniger Verletzte und weniger Randale. Doch ist das jetzt alles ein Grund zum Feiern? (mehr…)

Hellas in der Krise

griechischer Euro
Es ist also soweit, Griechenland kann nicht mehr aus eigener Kraft seine Schulden bewältigen und muss nun das Rettungspaket der EU und des IWF in Anspruch nehmen. Dadurch sollen erstmal 45 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, damit ein Teil der Schulden getilgt werden kann und Griechenland dann die Chance hat, seinen Haushalt wieder zu sanieren. Die Beteuerungen der Kanzlerin, dazu würde es nie kommen, wurden jetzt sogar noch vor der NRW-Wahl (War das etwa schlecht abgesprochen?) in heiße Luft verwandelt. Die Schuld für das Desaster wird nun bei den Aktienmärkten gesucht, die durch ihre Spekulationen die Zinsen für Kredite an Griechenland in die Höhe getrieben haben sollen. Und auch am Horizont werden schwarze Wolken gesucht, denn für manche ist Griechenland nicht der letzte EU-Staat, der vor der Pleite steht. (mehr…)

Damals wie heute

Landwirtschaft
Heute gibt es mal ein konkreteres Thema: Es geht nämlich eine Form des Neokolonialismus in manchen afrikanischen Staaten. Dabei handelt es sich um das sogenannte „Land Grabbing“, also das Aufkaufen von Land durch irgendwelche Unternehmen (oder Staaten), so dass die lokale Agrarwirtschaft ihrer wichtigsten Grundlage beraubt wird. Nachdem in den letzten Jahren die Nahrungsmittelpreise stark angestiegen sind und eine Trendwende nicht in Sicht ist, kommen immer mehr Unternehmen, aber auch Staaten, auf die Idee, sich irgendwo Land zu sichern, um eigene Nahrungsmittel (meist Getreide) anzubauen, um sich so die Nahrungsmittel-Grundversorgung zu sichern. Das dies den Menschen vor Ort sicher keine besonderen Vorteile bringt sollte klar sein. (mehr…)