Archiv der Kategorie 'Netzwelten'

Auszeit

Wie die (un-)regelmäßigen Leser*innen dieses Blogs vielleicht bereits gemerkt haben, herrscht gerade Schreibflaute. Nicht, weil ich nichts schreibe, das tue ich durchaus, jedoch gerade nicht für dieses Blog. Aber ich hoffe, dass ich ab Mitte Februar meine Aufmerksamkeit und Zeit wieder erhöht diesem Projekt widmen kann.
Bis dahin!

Und macht irgendwas gegen SOPA und PIPA!

Wes‘ Straß‘ ich sehen kann

Google Car
Wahrscheinlich ist das Thema wieder einmal dem allgemeinen „Sommerloch“ geschuldet, aber ich kann nunmal nicht allzu viel zu irgendwelchen Naturkatastrophen kommentieren, so schlimm es auch sein mag – dafür gibt es ja auch Nachrichtenseiten. Daher also nun zu etwas völlig anderem: Noch in diesem Jahr soll Googles Dienst „Street View“ in 20 deutschen Städten starten und dort werden dann tatsächlich die Fassaden der Häsuer an den Straßen abfotografiert und mensch wird dann in der Lage sein, quasi „virtuell“ durch die Straßen zu wandern. Abgesehen von der generellen Kritik an Googles Datensammelwut und den Patzern mit den „aus Versehen“ mitgeschnittenen W-Lan-Daten empören sich nun viele Leute, dass durch diese Praxis ihre Privatsphäre gefährdet sei. (mehr…)

Duab jetzt im Web 2.0!

Es gibt wundervolle Nachrichten! Das undogmatische Anarcho-Blog hat jetzt auch den Sprung ins Web 2.0 geschafft (Naja, wenn mensch bedenkt, dass Blogging ansich schon Web 2.0 ist, sind diese News doch wesentlich unspektakulärer…)! Konkret bedeutet dass, dass ich jetzt eine Facebook-Seite erstellt habe und ihr mich… kleiner Scherz. Nein, stattdessen ist dieses Blog jetzt auch bei den Microbloggingdiensten Twitter und Identica vertreten, da werden dann neben der Kundgabe neuer Beiträge auch mal Kleinigkeiten zu lesen sein, für die sich ein kompletter Beitrag nicht lohnt und vielleicht kommt es da auch zu der Interaktion mit anderen Blogger*innen.
Wenn euch diese Nichtigkeiten, die maximal SMS-Länge haben interessieren, könnt ihr ja mal reinschauen oder das Blog sogar „abonnieren“ (kostet auch kein Geld, im Gegensatz zu den Plänen der Verleger*innen für ihre Internetauftritte). Schreibt ruhig, was ihr davon haltet.

Wer braucht schon Privatsphäre? *UPDATE*

Datensammelei 2.0
Endlich mal wieder ein Beitrag über Videospiele. Und Datenschutz, denn irgendwie greift die „Ihr-müsst-öffentlich-sein“-Ideologie nun auch im Lager der virtuellen Unterhaltung um sich, war wohl nur eine Frage der Zeit. Denn nun hat sich kürzlich Blizzard dazu entschieden, in seinen Foren zu „Starcraft 2″ und „World of Warcraft“ eine neue Regelung einzuführen, die alle Leute, die dort Beiträge schreiben wollen, dazu zwingt, diese unter ihrem Realnamen zu verfassen. Offiziell soll dadurch eine „bessere Diskussionskultur“ entstehen, also weniger Gepöbele und Beleidigungen, die wohl teilweise sehr ausufern sollen. Gleichzeitig wird damit jedoch ein Stück der virtuellen Anonymität vollständig abgebaut und mensch wird klar erkennbar im Internet. Wenn Blizzard daneben nun die Freund*innenlisten der Spiele mit Facebook verknüpft, ist das dann nur konsequent. (mehr…)

Chinesische Verhältnisse

Watching you
Es werden ja sehr häufig andere Staaten kritisiert, weil sie keinen freien Zugang zum Internet ermöglichen und verschiedene Inhalte zensieren, doch die „westliche Welt“ ist in der Hinsicht natürlich viel fortschrittlicher und offener – haha. Abgesehen davon, dass selbst das deutsche Google die Suchergebnisse stark filtert und somit auch bestimmt, existiert keine reale Netzneutralität und daneben gibt es immer wieder Pläne den Zugang zum Internet mit verschiedenen, vorgeschobenen Gründen (Kampf gegen Kindesmissbrauch, Extremismus, Terrorismus, weichgekochtes Gemüse) einzuschränken. Wie weit das heute schon gehen kann, zeigt der Fall der Projektwerkstatt, deren Internetseiten offline genommen wurden und deren Provider eine Hausdurchsuchung ertragen musste, weil angeblich „illegale Dokumente“ auf deren Seite lagen. (mehr…)

Digitaler Exibitionismus

Social Netwööörks
Wahrscheinlich sind die meisten von euch, die diesen Blog lesen, auch in irgendwelchen „sozialen Netzwerken“ angemeldet, angefangen bei StudiVZ über Twitter, Facebook, youtube oder myspace. Schließlich bieten diese Netzwerke auch Vorteile, die sich nicht so leicht wegdiskutieren lassen, so kann mensch dort leicht alte Freund*innen wieder treffen und auch problemlos zu einer großen Menge an Leuten Kontakt halten. Doch diese „schöne neue Welt“ hat auch einen Preis und zwar keinen niedrigen: Die eigene Privatspähre. Zwar kann mensch die Einstellungen in den Netzwerken so anpassen, dass nicht alle alles sehen können (Nachrichtendienste etc. können das natürlich trotzdem), aber das größte „Social Network“, Facebook, ist in den letzten Jahren dadurch aufgefallen, dass es die Standard-Einstellungen für die Privatsphäre immer mehr hin zu „Alles für die Öffentlichkeit“ verändert hat. (mehr…)

Ein medialer Abgesang

Medien
Ja, ich weiß, dass ich mein selbstgesetztes Post-Ziel nicht einhalte, aber als ich noch 2 Posts pro Tag geschrieben habe, hatte ich auch sonst nichts zu tun und das ist jetzt vollkommen anders. Also, nun mal was zum Thema Medien. Da gibt es einen netten Artikel, in dem die These aufgestellt wird, dass die Medien gar nicht mehr der klassischen Aufgabe des vierten Standes nachkommen, also, über Missstände informieren und Vertuschungen aufdecken, sondern nur noch einen Markt bedienen, der fordert, sprich: Die Leute bekommen das in den Medien zu sehen/hören/lesen, was sie auch sehen/hören/lesen wollen. Die Aussage betrifft in dem Artikel hauptsächlich die US-Medienlandschaft, die ja bekanntlich im Zeitungssektor auch mit größeren Problemen zu kämpfen hat, aber auch in Europa ist die Medienlandschaft sicher nicht per se besser. (mehr…)

Wenn Lifestyle zum Käfig wird

iPad
Alle erwarten das technische Gerät, was es am Samstag erstmal zu kaufen gibt und zu dem es jetzt schon Hunderttausende Vorbestellungen gibt: das iPad. So hoch wurden technische Geräte seit langem nicht mehr gehypt, auch wenn dabei eigentlich nicht viel mehr als ein großer „iPod touch“ hintersteckt. In einer anderen Größenordnung, die nämlich in die Millionen geht, in ein weiteres Phänomen zu beobachten: Das „soziale Netzwerk“ Facebook, was schon über Einhundert Millionen User*innen hat, weiter wächst und dabei ständig seine Angebotspalette ausbaut. Beide Sachverhalte, das iPad (bzw. die iProdukte von Appe insgesamt) und Facebook stehen dabei für eine neue technische, leicht zugängliche Welt für alle. Doch sie haben auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Beides sind stark restriktive Systeme, die ihre eigenen Nutzer*innen bevormunden. (mehr…)

Interzensurnet überall

Internet
Wie bereits bekannt ist, hat Google sein China-Geschäft ja u.a. aufgrund der weitreichenden Zensur-Forderungen der chinesischen Regierung aufgegeben und ist erstmal nach Hongkong zurückgewichen. Andere Unternehmen, wie etwa Microsoft oder Yahoo, denken jedoch nicht daran, diesen Markt einfach zu verlassen und arbeiten weiter mit der chinesischen Regierung zusammen. Daneben gibt es auch noch Firmen wie z.B. Cisco, die technische Infrasturktur an China verkaufen, aber zumindest „offiziell“ gegen die Zensur sind, aber ja nichts dagegen tun können, wenn ihre Technologie missbraucht wird. Auf die Idee, den ganzen Kram vielleicht einfach gar nicht dorthin zu verkaufen kommen sie natürlich gar nicht, denn das könnte ja Profit kosten. (mehr…)

Sind wir nicht alle ein bisschen ELENA?

Datenschutz FTW
ELENA ist nicht nur ein Name, sondern bezeichnet auch den „elektronischen Entgeltnachweis“. Bei diesem Verfahren werden Arbeitgeber*innen dazu angehalten Daten ihrer Beschäftigten (etwa Alter, Name, Anschrift, Gehalt oder Beschäftigungsdauer) zu sammeln und an eine zentrale Stelle weiterzuleiten. Dadurch soll es möglich sein, immer auf diese Daten zuzugreifen, wenn es z.B.: um die Berechtigung zum Erhalt staatlicher Leistungen oder die Höhe von Tagessätzen bei Strafverfahren geht. Das sind natürlich höchst sensible Daten und darum dürfen auch „nur“ die entsprechenden Justizbehörden oder die Agentur für Arbeit darauf zugreifen, wenn es „nötig“ ist. Glücklicherweise lohnarbeite ich noch nicht, denn Arbeitgeber*innen haben mit der Datensammelei schon am 1. Januar dieses Jahres damit angefangen.
Logischerweise formiert sich sofort Widerstand, ähnlich wie gegen die Vorratsdatenspeicherung. So wurde jetzt auch eine Online-Petition eingerichtet, mit der mensch sich an einer geplanten Verfassungsbeschwerde beteiligen kann. Da das Gesetz aber bald ein Jahr alt ist (Verjährungsfrist), muss diese Beschwerde noch diesen Monat abgegeben werden, die Zeit ist also ziemlich knapp. Trotzdem würde es sicher eine gewisse Symbolkraft haben, wenn sich viele Bürger*innen an dieser Beschwerde beteiligen würden und das Verfasssungsgericht hat auch in seinen Urteilen gezeigt, dass es nicht immer dem Überwachungswahn der Regierung folgen will. Und eine zentrale Datenbank in diesem Umfang, die 40 Millionen Arbeitnehmer*innen betrifft, darf es eigentlich gar nicht geben.
Hier will doch der Staat durch die Hintertür eine neue riesige Überwachungsdatenbank einführen. Diesmal sind es nicht die Verbindungsdaten und es sind auch nicht ganz so viele Menschen (haha) betroffen, aber dennoch gibt es da unendlich viele datenschutzrechtliche Bedenken. Wer weiß, wer noch alles auf diese Daten zugreifen kann/darf? Dann wäre es auch durch bloße Kenntnis des Klarnamens möglich, alles über das persönliche Beschäftigungsverhältnis herauszufinden. Des weiteren sollen so mehr und mehr „elektronische Signaturkarten“ (ähnlich wie etwa die elektronische Gesundheitskarte) unter die Bevölkerung gebracht werden, um etwa Bürokratie zu verringern. Faktisch wird dadurch ermöglicht, dass irgendwann alle Bürger*innen ihre gesamte Identität mit sich herumtragen, bei Bedarf auslesbar.
Sicher, auf den ersten Blick könnten einige auch behaupten, dass die Daten gut gesichert seien, nur von bestimmten Stellen auslesbar usw. usf.. Aber insgesamt kreiert dies mehr und mehr den gläsernen Menschen, wovor alle gewarnt hatten, denn totale Überwachung bedeutet auch totale Kontrolle. Wenn allerhand Daten dann auf meinem neuen „elektronischen Personalausweis“ gespeichert sind, der zudem noch kontaktlos ausgelesen werden kann, dann können wir irgendwann überall „gescannt“ werden. Wer in einer solchen Welt leben will, kann sich das ja gefallen lassen, allen anderen bleibt nur der Widerstand (oder EMP). Zwar sind die praktischen Anwendungsmöglichkeiten heute noch technisch beschränkt, aber in 20 Jahren sicher weniger, denn auch schon heute gibt es zusätzlich noch schöne Überwachungskameras, die uns direkt identifizieren können.
Unsere Rolle ist hier nicht darauf beschränkt, blöd zuzuschauen und darauf zu warten, bis solche umfassenden Überwachungsmaßnahmen installiert worden sind und wir nichts mehr tun können. Diese politischen Entschlüsse sind weniger greifbar oder materiell als etwa Sozialkürzungen oder neue Polizeigesetze, dennoch sind sie fast ausschließlich gegen jede Art von Widerstand gerichtet und in ihrer Vollendung kaum noch angreifbar. Nur jetzt noch, wo die Überwachung noch lückenhaft ist, kann uns muss auch radikaler Widerstand erfolgen, in welcher Form auch immer. Das Mindeste, was ihr tun könnt, ist, euren Perso zu verlieren und noch einen neuen zu beantragen, bevor der „Elektronische“ kommt. Vielleicht werden solchen Formen „zivilen Ungehorsams“ aber eines Tages nicht mehr ausreichend sein.