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Politisch korrektes Videospielen

KABOOOM!
Das Bild zeigt den spektakulären Einsatz einer Massenvernichtungswaffe im Computerspiel „Alpha Centauri“. Nun, ich lehne zweifellos Kriege und Massenvernichtungswaffen ab, ebenso wie Herrschaft und Militarismus. Trotzdem verhalte ich mich in Videospielen keineswegs immer zwanghaft „politisch korrekt“ oder emanzipatorisch, sondern führe munter Kriege, setze Atomwaffen ein, erobere die halbe Welt und zerstöre die andere Hälfte, töte schwerverletzte Feind*innen etc. usw. . Ist das nun ein Widerspruch zu meiner politischen Einstellung oder darf ich in virtuellen Welten nicht schalten und walten, wie ich will, selbst, wenn mir eigentlich die Wahl gelassen wird, auf Kriege und ähnliches zu vernichten? Es soll in diesem Beitrag auch gar nicht um wirklich rassistische oder neonazistische Videospiele geben (die es auch gibt), sondern einfach um das allgemeine Verhalten in Videospielen und was das mit der Realität zu tun hat.
Im Rollenspiel „Gothic 3″ strande ich mit meinen Verbündeten an Land und muss feststellen, dass der König den Krieg gegen die Orks verloren hat. Das Spiel bietet mir nun die Möglichkeit, dass ich mich den Rebell*innen anschließe, um die Orks niederzuwerfen, aber ich kann auch auf Seiten der Orks kämpfen. Auch, wenn die Rebell*innen im Endeffekt dem König treu sind, läge diese Möglichkeit eventuell näher an einer linken Weltanschauung, schließlich geht es ja um nichts weniger als eine Art Revolution ;) . Trotzdem, vielleicht sogar gerade deshalb, habe ich mich den Orks angeschlossen und ein Untergrund-Lager der Rebell*innen ausgehoben und dort (fast) alle getötet. Bin ich dadurch jetzt ein schlechter Mensch und werden dadruch meine Taten in der realen Welt konterkariert?
Ein anderes Beispiel: Im Online-Rollenspiel „Eve Online“, bekam ich die Aufgabe, Obdachlose von einer Sternenbasis zu einer anderen zu transportieren, offensichtlich auch gegen den Willen dieser Personen. Obwohl diese Aufgabe rein virtuell war, hatte ich Bedenken, führte sie aber trotzdem aus. Und ich denke, an dieser Stelle zeigt sich, dass es auch im virutellen Raum für manche Menschen Grenzen gibt. Ich würde auch niemals in einem Spiel klar rassistische, sexistische oder faschistische Handlungen ausführen, das ginge selbst mir zu weit. Konkret wären das etwa Deporationen, Vergewaltigungen oder auch andere Formen von gewalttätiger Diskriminierung von Minderheiten. Kommerzielle Videospielen bieten solche Optionen in der Regel aber auch gar nicht an.
Aber es gibt auch Spiele, insbesondere MMORPGs, in denen sich Virtualität und Realität vermischen. Wenn ich anfange, mit anderen Personen zu interagieren, treffe ich natürlich auch auf Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Einstellungen, die eigentlich nichts mit dem Spiel ansich zu tun haben und da emanzipatorische Anschauungen in der Minderheit sind, kann es leicht zu Reibungspunkten kommen. Eine Möglichkeit ist, die eigenen politischen Einstellungen aus dem Spiel herauszuhalten, soweit es möglich ist. Doch, was tut mensch dann, wenn die Mitspieler*innen anfangen, offen rassistische oder sexistische Kommentare zu schreiben/erzählen? Oder wenn sich herausstellt, dass die mächtige Kriegerin, mit der mensch so eben einen fiesen Drachen getötet hat, in Wirklichkeit der JN-Vorsitzende aus irgendwo ist? Manche könnten hier immernoch argumentieren „Ist doch nur ein Spiel…“, aber hier geht es um echte Menschen und in der Realität tolerieren wir ja weder solche Kommentare, noch wollen wir mit Nazis zu schaffen haben – und für mich gilt das auch im virtuellen Raum. Sowas kann natürlich auch zu Konflikten mit Mitspieler*innen führen, die das nicht nachvollziehen können, aber damit muss mensch dann leben.
Wenn ich jedoch alleine spiele, bombardiere ich schonmal Planeten oder brenne Städte nieder (das letztere machen ja auch einige Linksradikale in der Realität). Und Videospiele spiegeln auch nur, wie andere Kulturgüter, den aktuellen Zeitgeist der Gesellschaft wieder. Daher werden wir dort auch oft klischeehafte Rollen und heutige gesellschaftliche Normen wiederfinden, die wir ganz und gar ablehnen, ebenso wie in Musik und Filmen. Im Musikbereich gibt es ja genügend linke Alternativen, auch einige wenigere im Filmbereich (eher Dokumentationen), aber wirklich „linke“ Videospiele sind mir bisher weniger untergekommen, eventuell entwickelt sich dort etwas aus der Independent-Szene. Dennoch gibt es ein paar Spiele, wo „linkere“ Spielweisen möglich sind, vor allem Spiele mit einer großen Entscheidungsfreiheit („Civilization“ zu spielen und dann Russland mit Stalin als Anführer zu nehmen, zählt übrigens nicht dazu). Ich werde mal in der nächsten Zeit schauen, ob ich welche finde und diese dann gegebenenfalls auf diesem Blog vorstellen.
Wenn wir in der Realität engagiert sind, uns für fortschrittliche Belange einsetzen, werden diese Dinge dann durch irgendwelche virtuellen Taten geschmälert? Wird mir dann im nächsten Plenum vorgeworfen, dass ich bei „Master of Orion“ doch nicht andere Planeten bombardieren soll und wie ich überhaupt auf die Idee käme „Diktatur“ als Regierungsform zu wählen? Wird die eigene politische Einstellung durch rein virtuelle Handlungen, die nichts mit der Realität zu tun haben, infrage gestellt? Ich denke, in der Regel nicht, denn viele schießen ja auch auf virtuelle Figuren und würden in echt niemals einem Kaninchen weh tun. Auch eine Runde Monopoly gegeneinander macht uns ja auch nicht leistungsorientierten Kapitalist*innen. Und solange wir Videospiele und Realität auseinander halten können, macht es wohl auch nichts aus, wenn wir ab und an mal einen virtuellen Krieg vom Zaun brechen.

Ein paar Gedanken zu Streaming

Follow the white anchor!
Gerade entsteht wieder eine Diskussion über „Streaming-Dienste“ wie OnLive oder Gaikai, nachdem OnLive nun angekündigt hat, eine monatliche Grundgebühr zu verlangen. Bei diesen „Streaming-Diensten“ geht es einfach gesagt darum, dass mensch, anstatt auf seinem eigenen PC, auf den Servern der entsprechenden Firmen spielt und das Spiel-Bild dann als Video gestramt bekommt. Vorteile sind hierbei natürlich, dass die Hardware des eigenen Rechners weniger beansprucht wird, Nachteile liegen bei der benötigen Internet-Bandbreite und bei dem nicht materiellen Vorhandensein der erworbenen Spiele.
Ganz unabhängig davon, inwiefern dies uns Zocker*innen jetzt nun gängelt oder uns Hardware-Aufrüstungsorgien erspart, finde ich den Gedanken sehr interessant, immer mehr Handlungen nicht mehr am eigenen Rechner, sondern über ein sogenannten „Cloud Computing“ durchzuführen. Es ist heute schon Alltag, dass wir uns Internetradios anhören oder uns Videos streamen, teilweise sogar ganze Kinofilme ;) . Spiele und Anwendungen sind hier nur der nächste Schritt. Dann wären unsere persönlichen Dokumente, Games, Musiksammlungen von jedem Rechner der Welt verfügbar, sobald wir uns irgendwo einloggen. Und hier liegt dann auch der Haken an der ganzen Sache, die zwar gute Ansätze bietet, die aber durch das vorherrschende Gesellschaftssystem ad absurdum geführt werden.
Im Kapitalismus kann es dann schonmal vorkommen, dass eine Firma pleite geht und im schlimmsten Fall sind dann unsere ganzen Spiele weg. Oder irgendwelche Bots durchwühlen unsere privaten Dokumente, um uns privatisierte Werbung anzubieten – oder, um unsere Bombenbau- und Anschlagspläne an die lokalen Geheimdienste weiterzugeben. Private Daten sind inzwischen ein teures Handelsgut geworden, denn so lassen sich gezielte Angebote unterbreiten und so die Chancen auf einen Profit erhöhen. Außerdem würde ich nur sehr ungern irgendwelchen Konzernen meine persönlichen Daten in so einem massiven Umfang anvertrauen.
Für die meisten Unternehmen bieten solche Systeme natürlich auch Vorteile. Die haben somit eine größere Kontrolle über die Programme und Daten als die Anwender*innen selbst, ebenso wird es wahrscheinlich extrem schwierig, Spiele illegal zu kopieren, wenn sie nie im Laden erscheinen, sondern nur noch per Stream abrufbar sind. Aber wenn das Internet mal ausfällt, kann mensch gar nichts mehr machen. Doch irgendwie befürchte ich, dass sich solche Systeme in Zukunft weiter durchsetzen könnten. Schließlich sind die Daten dann geräteunabhängig verfügbar und die ganzen Leute mit ihren „Smartphones“ können auch unterwegs darauf zugreifen. Das wäre – alles in allem – das Ende des Computerzeitalters wie wir es heute kennen, alle Anwender*innen würden zu bloßen Empfänger*innen degradiert und ihnen die Kontrolle über ihre Systeme entzogen. Vielleicht bin ich ja altmodisch (ich boykottiere ja auch „Social Networks“), aber ich möchte doch diejenige Person sein, die die Kontrolle über meine Daten und meinen Rechner hat. Ist das denn zuviel verlangt?

Was ganz anderes: Heute habe ich glorreich diese komischen „Nazis“ bei Advance Wars (erster Teil für GBA) besiegt. Okay, es waren keine richtigen Nazis, aber dieser Anführer hieß Sturm und hatte auch sone schwarze Militärmütze auf. Und er strebte nach der Weltherrschaft und hatte für diesen Plan den Hauptcharakter geklont und verschiedene Kriege angezettelt. Jedenfalls hat ihm dies alles auch nichts geholfen, ich habe seine Truppen schließlich überrannt und sein Hauptquartier eingenommen und somit die Kampagne von AW gelöst (zum zweiten Mal). Das Spiel ist auch sonst sehr zu empfehlen ;) , auch wenn es manchmal ein bisschen zynisch wirkt, wie sich da die Kommandierenden flapsig unterhalten, während auf den Schlachtfeldern die Soldat*innen sterben. Naja, das ist halt Nintendo.

Boykott? EPIC FAIL!

Episches Versagen!
Tja, das ist dann schon der zweite Beitrag zum elenden Kopierschutz/DRM von Ubisoft, viel zu viel Aufmerksamkeit für so einen Müll. Aber eigentlich soll es hier gar nicht bloß um den Kopierschutz und seine Folgen gehen, sondern um das laute Getöne in den Communities und die nicht vorhandenen Folgen. Zwar gibt es inzwischen auch eine Petition gegen den neuen Kopierschutz, aber ich habe mir mal die neusten Verkaufszahlen für PC-Spiele angesehen und da stehen 2 Ubisoft-Titel („Assassin’s Creed 2″ und „Silent Hunter 5″) auf höheren Plätzen in der Top 10. Sieht so aus erfolgreicher Boykott aus, der einer Firma merklich schadet? Sicherlich nicht.
Ja, und so steht die harte Realität dem lauten Gebashe in verschiedenen Foren gegenüber. Da beschweren sich gefühlte hunderte User*innen über das neue DRM und rufen lauthals „Boykott!“ und wirken wie eine scheinbare Mehrheit – auch beim größten deutschen Online-Videospiele-Magazin. Da denkt mensch sich: „Hm, vielleicht ist da ja was dran. Vielleicht können diese Proteste etwas bewirken und Ubisoft wird grandios scheitern…“ Doch ganz offensichtlich ist das Scheitern auf der Seite der Zocker*innen, denn trotz allem Forengeplänkel und Geheule verkaufen sich die Spiele doch außerordentlich gut. Klar, die werden auch entsprechend beworben und sind spielerisch auch nicht schlecht (abgesehen vom verbuggten „Silent Hunter 5″…), aber woran liegt es, dass so eine Boykottforderung wirklungslos verhallt?
Ich will mal ein paar Überlegungen anstellen und der Fall „Ubisoft-DRM“ dient hier eher als anschauliches Beispiel. Meine erste These wäre, dass sich in den Foren nur eine Minderheit der Gamer*innen aufhält, insbesondere die Interessierten und Engagierteren, die meisten werden die Spiele einfach zocken und sich dort nicht rumtreiben. Und „Minderheit“ ist hier das entscheidende Wort, bei den Verkaufszahlen zählt die große Masse, wenn da 10000 mehr oder weniger ein Spiel kaufen, ist das bei großen Produktionen nicht unbedingt entscheidend, bei kleineren eventuell schon. Und selbst 10000 sind eine sehr optimistische Schätzung für einen PC-Spiele-Boykott. Die zweite These ist die der „passiven Quengeligkeit“ (habe ich mir gerade ausgedacht). Die ganzen Zocker*innen meckern zwar über den neuen Kopierschutz, kaufen aber trotzdem, weil sie auf die Spiele nicht verzichten können. Es wird sich zwar beschwert, aber keine Konsequenzen daraus gezogen, wie die SPD-Stammwähler*innen, die schon lange nicht mehr von der halbtoten Sozialdemokratie vertreten werden, aber „aus Tradition“ immernoch ihre Kreuzchen bei denen machen.
In einem früheren Beitrag bin ich bereits darauf eingegangen, dass die Kopierschutzmaßnahmen offensichtlich wirkungslos waren. Leider genauso wirkungslos wie die Boykottaufrufe, auch wenn es vielleicht noch etwas zu früh ist, um das endgültig sagen zu können. Ich hoffe natürlich, dass Ubisoft seine Schreckensmaßnahmen noch einmal zurückfährt, aber wenn es ihnen finanziell nicht schadet, ist die Wahrscheinlichkeit dafür relativ gering. Auch wenn die Bewertungen für „Assassin’s Creed 2″ bei Amazon schon legendär schlecht sind, muss das nichts heißen – Steam wurde am Anfang auch abgelehnt und hat sich heute weitgehend durchgesetzt und ist relativ akzeptiert, auch wenn es kaum vergleichbar mit Ubisofts neuer Masche ist. Und was können wir aus dieser ganzen Geschichte lernen?
Nun, die Engagierten und Interessierten sind meist nur eine laute Minderheit, die etwas anrichten kann, dafür gibt es aber keine Garantie. Und Boykottaufrufe verlaufen meist im Sande, weil sie die meisten kaum erreichen oder weil Konsumverzicht für viele wohl einfach zu „krass“ ist. (Dazu kann ich nur den Kopf schütteln, wenn es denn so sein sollte…) Gerade, wenn es um Unterhaltungsprodukte geht, scheinen die Menschen weniger zum Verzicht bereit zu sein. Doch mensch soll den Tag nicht vor dem Abend verdammen, vielleicht bleiben die Verkäufe ja unter den Erwartungen und bald können wir auch wieder ohne Netz-Anbindung spielen, Taschentücher aus Nicht-Regenwäldern kaufen, Cornflakes ohne Gentechnik essen, Kosmetika ohne Tierversuche nutzen, Autos von Firmen – die keine Rüstungskozerne sind – kaufen und und und…

P.S.: Ich bin ja eigentlich eher dafür, diesen ganzen Kapitalismus direkt abzuschaffen statt sich mit öden Boykottversuchen rumzuschlagen ;) , aber bevor „die große Revolution“ kommt, kann mensch ja auch jetzt schon ein bisschen was tun – und sei es nur für das eigene Gewissen.

Wenn wir Kopien schützen wollen…

Nein, dies wird kein großartiger Beitrag über geistiges Eigentum oder Softwarepiraterie. Ich will an dieser Stelle nur mal darauf hinweisen, wie einige Firmen sich ein umfassendes Kopierschutzsystem ausdenken, damit vor allem die Käufer*innen nerven und zu guter Letzt noch vollends baden gehen. Die Geschichte ist fast schon zu blöde, um wahr zu sein, aber hier schreibe ich mal etwas über einen großen Konzern, der auszog, seinen Ruf zu ruinieren.
Wie bereits im Link erwähnt, dient Ubisofts neues Kopierschutzsystem natürlich nur der Unterbindung der illegalen Kopiererei und nicht etwa der Unterbindung des Weiterverkaufs gebrauchter Spiele (wers glaubt…) und dazu müssen alle Spieler*innen bei den Spielen mit dem entsprechenden Kopierschutz dauerhaft online sein – ganz egal, ob sie nun alleine oder im Multiplayer spielen. Manchen ist dies egal, die sind eh immer online, aber diese Spiele lassen sich dann natürlich auch nicht mehr unterwegs im Zug, im Urlaub oder sonstwo spielen, wo es kein Internet gibt. Als ob das nicht genug wäre, pausieren diese Spiele, wenn die Internetverbindung abbricht oder die Ubisoft-Server nicht mehr erreichbar sind. Bei einer mäßig stabilen Verbindung wie der meinen wäre das für den Spielspaß eine Katastrophe.
Nun, wie alle Kopierschutzmaßnahmen wurde auch diese schneller geknackt als mensch „Raubkopie“ sagen kann. Natürlich versuchte Ubisoft, dies zu dementieren und in gewissen Warez-Foren beklagten sich die Leute auch über häufige Bugs bei „Silent Hunter 5″ und einige mutmaßten schon, dass der frühe Crack doch nichts tauge. Doch dann stellte sich heraus, dass diese Bugs auch in der Originalversion auftraten, ebenso häufig. Dazu gibt es auch einen sehr amüsanten Testbericht, der die entsprechenden Konsequenzen bei der Bewertung zieht.
Und als ob das nicht schon genug wäre, fielen dann am Sonntagmorgen die Server für „Assassin’s Creed 2″ aus, so dass ein Spielen nicht mehr möglich war. Damit ist quasi der GAU für diesen Kopierschutz eingetreten. Einerseits wurde er in Rekordzeit geknackt und andererseits kam es von Ubisofts Seite zu massiven Problemen, die es auch regulären Käufer*innen unmöglich macht(e) einfach zu spielen. Mehr auf die Schnauze fallen geht nicht.
Was werden nun die Konsequenzen aus diesem „epischen Versagen“ von Ubisoft sein? Es gab schon massive Unruhe unter den Spieler*innen, die sich durch das neue System verarscht und entmüdigt und überwacht fühlen und in großer Zahl zu einem Ubisoft-Boykott aufriefen. Vielleicht endet es wie seinerzeit bei EA, die ihre harten Kopierschutz-/DRM-Maßnahmen nach harschen Protesten wieder zurücknahmen. Ubisoft könnte hier durch schnelles Handeln sein Image gerade noch retten, müsste sich aber eingestehen, auf ganzer Linie versagt zu haben und einen Haufen Geld in einen sinnlosen Kopierschutz investiert zu haben. Es gibt auch andere Firmen, die etwas klüger sind und gleich auf einen (umfassenden) Kopierschutz verzichten, wie etwa Stardock, und die trotzdem nicht pleite gehen. Die ganze Geschichte erinnert mich an die Ironie der Anti-Kopier-Spots auf Kauf-DVDs. Diejenigen, die sich die Filme runterladen und dann schauen, werden diese Spots nie zu Gesicht bekommen, das tun nur die, die sie „ehrlich“ kaufen.

P.S.: Vielleicht nehme ich diesen bescheuerten Kopierschutz-Exzess mal zum Anlass, einen kleinen Beitrag über geistiges Eigentum zu schreiben.

Was so passierte…

Ich will heute einfach mal mehrere Ereignisse kommentieren, die mir beim Lesen und Surfen so aufgefallen sind, so etwas richtig Großes gab es nicht, aber das ist ja in diesem Falle auch nicht schlimm.
So las ich heute nämlich, dass es möglich ist, mit Aktienspekulationen auf die Pleite eines Staates zu wetten. In diesem Falle, wie wäre es auch anders zu erwarten, natürlich Griechenland. Ich will jetzt nicht populistisch gegen „Zocker*innen“ oder „Börsenspekulant*innen“ poltern, die gehören zum Kapitalismus irgendwie dazu und über den muss ich hier wohl auch kein Wort weiter verlieren. Was ich an dieser Stelle bemerkenswert finde, ist wie, hier ganz offen, mit dem Leid anderer Leute Geld verdient werden kann. Natürlich sowas geht auch über gezielte Firmenpleiten oder mit der Rüstungsindustrie, aber einen ganzen Staat ins Wanken zu bringen? Das schaffen sonst nur revolutionäre Umwälzungen.
Wenn wir uns dann so ansehen, wie viele Menschen in Griechenland jetzt – zurecht – schon auf die Straße gehen und gegen die angekündigten Sparmaßnahmen durch die EU.. äh.. Regierung protestieren, wird mir bei den Gedanken an eine gezielte Staatspleite ganz übel, oder etwa nicht? Vielleicht bricht dann auch die Staatsgewalt in Griechenland zusammen und emanzipatorische Gruppen nutzen diese Chance. Dann würde ich natürlich schnell einen „Urlaub“ in Griechenland planen und hoffen, dass ich vor den NATO-Truppen dort eintreffe, die das Land dann wieder „befrieden“ sollen. Aber es ist so oder so unsicher, ob eine Staatspleite zu einer progressiven Revolution führen würde, aber wenn die Chance bestehen würde, wäre das mehr als nur interessant. Fragt sich also, wem ich jetzt hier die Daumen drücken soll ;)

Dann gab es noch etwas, was auch mit Geld zu tun hatte, auch mit einer großen Menge, aber nicht mit Aktien oder Optionen, sondern mit Bargeld. So wurde heute ein großes Pokerturnier in Berlin überfallen. Leider, und ja, ich sage hier leider, haben es die Täter*innen nicht geschafft mit dem Geld zu entkommen, das wäre sonst ein spektakulärer Raub geworden. Es wurden auch nur ein paar Leute leicht verletzt, das ist bei dieser Art von Kriminalität sehr vorbildlich (Also, dass es nicht schlimmer gekommen ist.). Vielleicht findet dieses Vorgehen ja Nachahmer*innen und bald ist diese absurde Pokerwelle wieder vorbei – ich würde ihr nicht nachtrauern.

Heute habe ich aber nur Geldthemen, fällt mir auf, auch wenn es hier eigentlich auch um den Oscar (w00h00) geht. So finden sich bei der Verleihung dieses popeligen Goldfigürchens nämlich ganz eindeutige Zeichen spätrömischer Dekadenz: Dort werden 15 Pfund Goldstaub verbraucht – für das Essen. Eigentlich unglaublich wenn draußen nur einige hundert Meter weiter die Obdachlosen kampieren müssen. Doch der deutsche Außenminister sieht diese Dekadenz wohl an der falschen Stelle. Da frage ich mich dann immer, warum gibt es keine Terroranschläge auf solche Veranstaltungen, wenn es angeblich so viele Terrorist*innen gibt, die die westliche Dekadenz endlos hassen. Dies wäre das ideale Ziel. Natürlich verurteile ich Anschläge mit Toten zutiefst, aber es muss ja auch nicht immer nur Sprengstoff sein, doch vergesst es besser, dies soll keine Aufforderung zu illegalen Handlungen sein, jedenfalls nicht direkt.
Wobei, ich fände es nicht schlimm, gewissen Leuten aufzuzeigen, dass es Grenzen von Verschwendung und Luxus gibt. Wo ist nur die gute alte „Propaganda der Tat“ geblieben?

Jetzt noch zu was ganz anderem. Da wurde ich nämlich heute auf eine wunderbare Galerie aufmerksam gemacht, in der eine Person alte Videospiele künstlerisch wieder aufleben lässt. So kommt die Kunst zu den Videospielen zurück, die sie auf dem Weg zum Mainstreammedium schon fast ganz vergessen haben. Hier kann mensch auch sehen, dass es keine spektakulären 3D-Grafiken braucht, um Leute zu verzaubern. Wenn es diese Spiele wirklich in dem Stil geben würde, ich würde sabbernd vor dem Monitor sitzen… ääh, Entschuldigung ;) . Die Bilder sind auf jeden Fall sehenswert und vielleicht wird sich wer von euch da auch ein neues Hintergrundbild rauspicken.